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Wissenschaftler sagen: Es gibt 35 unterschiedliche Versionen von Schneeflocken

Auf den ersten Blick gleicht keine Schneeflocke exakt einer anderen. Was ihre Struktur betrifft, gibt es Wissenschaftlern zufolge aber durchaus Grenzen. Aktueller Forschungsstand: Es gibt nur 35 Typen von Schneekristallen.

Forscher vom Kitami Institute of Technology in Hokkaido, Japan haben ein Klassifizierungssystem erstellt, das die Form von Schneeflocken in Kategorien und Typen einteilt. Dieses System hat sich nun ein britischer Chemielehrer vorgenommen, um es auch für den Rest der Welt nachvollziehbar zu machen. Andy Brunning veröffentlicht auf seinem Blog Compound Interest regelmäßig Infografiken zu Themen aus der Chemie.

Die unterschiedlichen Stammformen der Kristalle sind von der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur abhängig.

Brunnings Infografik zeigt, dass die japanischen Forscher acht Kategorien für festen Niederschlag aufgestellt haben: Säulen, Kristalle, eine Kombination aus beiden, Anhäufungen von Schneekristallen, Graupelkristalle, Eiskeimkristalle, und ungleichmäßige Partikel. Schneekristalle haben sie wiederum in 35 verschiedene Typen aufgeteilt, denen sie Benennungen wie „Skelett-artiger Kristall“, „Möven-artiger Kristall“ und „Speerspitzen-artiger Kristall“ zuordneten. Diese Typen wurden wiederum in 121 Untertypen aufgespalten, auf die Brunning in seiner Infografik verzichtet. Für die Untersuchung wurde der atomare Aufbau der Schneekristalle mittels Röntgenstrahlung untersucht, indem die Strahlung am Kristallgitter gebeugt wurde.

Die exakten Variablen, die hinter der Bildung bestimmter Formen stecken, sind noch immer nicht bekannt.  Andy Brunning

„Die exakten Variablen, die hinter der Bildung bestimmter Formen stecken, sind noch immer nicht bekannt, obwohl Forscher kontinuierlich an theoretischen Gleichungen basteln, um die Formen von Schneeflocken vorauszusagen“, erklärt Brunning in seinem Blog. Bekannt ist immerhin, dass die unterschiedlichen Stammformen der Kristalle von der Luftfeuchtigkeit und von der Temperatur abhängig sind. Bei niedrigeren Temperaturen bilden sich einfachere und länglichere Flockenformen, ist es kälter, entstehen kompliziertere, flachere Gebilde wie zum Beispiel sechsarmige Sterne.

Die Anzahl der Unterkategorien stieg seit den 30er-Jahren kontinuierlich an: Waren es damals noch 21, verdoppelte sich diese Zahl bis in die 50er-Jahre. Eine Dekade später kannten Kristallographen bereits 80. Bei den aktuellen 121 wird es damit vermutlich auch nicht lange bleiben — vorausgesetzt es schneit endlich mal wieder.

Quelle: www.wired.de, Grafik: Andy Brunnings Typologie für Schnee Compound Interest
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